Dietmar Hölscher, der eCommerce Chef

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Als Blogger habe ich immer ein Ziel: Den Dingen auf den Grund gehen. Egal, ob es um die Produktpolitik großer Marktplätze, aktuelle Trends oder große Events der Branche geht. Ich versuche eine Metaebene einzunehmen und Probleme, Aufgaben und Herausforderungen objektiv zu beleuchten.

Dabei hat mir nicht nur mein Wirtschaftsphilosophie Studium geholfen. Viel wichtiger ist die Praxiserfahrung, die ich im Laufe der Zeit auf ganz unterschiedlichen Wegen gesammelt habe. In diesem Beitrag plaudere ich etwas aus dem Nähkästchen. Du erfährst, warum man mich den „eCommerce Chef“ (Koch) nennt, was ich in meinem Leben schon erlebt habe und wie Du davon profitieren kannst…

Beste Soundqualität

Als Jugendlicher wollte ich Musik in bester Qualität hören. Das nötige Kleingeld für Lautsprecher von Martin Logan, Infinity oder Bowers & Wilkings hatte ich damals nicht. Aber es musste doch irgendwie möglich sein, hohe Qualität für kleines Geld zu bekommen.

1985 bestand meine Welt als 14 Jähriger aus Lautsprecherbau, Musik, Baseball und meinem Atari 260ST.

Durch das Studium der gesammelten Werke von Helmholz und einiger Bücher der Firma hifisound aus Münster kam ich auf die Idee, selber Lautsprecher zu bauen. Die notwendige Berechnung komplexer Formeln mit sich ändernder Induktivität in Abhängigkeit zu Frequenz und Resonanz war ein langer Weg. Aber es gelang und ich bin noch heute im Besitz des ersten Exemplars. Ich habe dabei viel für mein Leben gelernt – unter anderem programmieren, da sich die komplexen Formeln mit vielen Variablen damals am besten mit Turbo Pascal bewältigen ließen. Und darüber hinaus ließ sich mit dem Wissen auch noch Geld verdienen. Als Jugendlicher baute ich also im Partykeller meiner Eltern gegen gutes Entgelt für Freunde und vor allem deren Eltern Lautsprecher und konnte mir mit dem Verdienst meinen ersten Burmester Verstärker leisten.

1986 verkaufte bereits ich meine ersten Lautsprecher (rot hinterlegt) erfolgreich in einem Münsterraner HiFi Studio.

Schnelles Internet

Meine Firma Connect war der erste Internetprovider in Coesfeld und mit ihren Hostingangeboten später weit vor 1&1, Strato und Co. Mich trieb eine Frage um: Wie lässt sich die Internetgeschwindigkeit auf lange Entfernung vervielfachen? Ich experimentierte als einer der ersten mit DSL Technologien und war dann auch der erste Anbieter von DSL Internet für Geschäftskunden in ganz Deutschland. Damals war mit DSL technisch aber noch nicht das möglich, was mit WiFi schon ging.

Durch meine Arbeit bei Novell in den USA hatte ich per Zufall gute Connections zur Firma Lucent Technologies, die WiFi Karten mit externen Antennen herstellte. Damit waren 10 MBit brutto und 4 MBit netto möglich. Das hat den Pioniergeist in mir geweckt. Ich habe mich so tief es irgend ging in die Technologie der Funkwellen eingearbeitet und schon war die nächste Idee geboren: Mit Richtantennen musste es doch möglich sein, Geschäftskunden mit Highspeed Internet zu versorgen. Schnell waren die ersten Dächer in Münster, Dortmund, Velbert, Coesfeld und Hamm gemietet und die Bundesnetzagentur gab ihr Go für die damals notwendigen Lizenzen. 

Erste Handys für die Funkzellen wurden mit
2001 Entwickelten wir mit Spektralink erste Handys für die Funknetze in Münster und Dortmund.

Daraus entstanden ist die Connect Telecom AG in Münster. Einige Finanzierungsrunden später, als wir schon Netze in Budapest aufgebaut und erste omnidirektionale Antennen installiert hatten, platzte leider auch für mich die Internetblase.

Molekulare Küche

Wieder ein paar Jahre später hatte ich ein Erlebnis, das mein Leben ein weiteres Mal verändern sollte. Zu dieser Zeit war ich Deutschland Manager für ein EU Breitband Projekt.

Ich kochte für mein Leben gern, was mich zusammen mit einem Freund nach Spanien zu Ferran Adrià und seinen Lieferanten führte.

2005 Dietmar Hölscher zusammen mit Ferran Adria beim Abschied. Er signierte damals sein neustes Buch auf Catalan mit den Worten “Danke das Du so einfühlsam warst. Ferran Adria”.
Ferran Adria gilt als der innovativste und beste Koch der Welt. Er ist der erste Koche deren Kochkunst auf der Documenta in Kassel gewürdigt wurde.

Dort wollte ich bessere Zutaten kennenlernen als das, was Bos Food oder Otto Gourmet mir vorsetzten. Ich tauchte immer tiefer in die Welt des Ferran Adrià und war fasziniert von seinen Ideen. Sein Lieferant zeigte immer mehr Interesse an meinem Forscherdrang. Ich wollte ihm damals helfen, Waren und Techniken nach Deutschland zu importieren.

Erste Schulung bei Sole Graells in Barcelona.

Aber wir stießen überall auf verschlossene Türen. Da besann ich mich auf meine Programmiererfahrung und dachte, ich könnte neben meinem Job die Produkte selbst vermarkten, bis der Markt reif dafür ist.

Fotoshooting für die Metro und den Feinschmecker.

Leider war die Kochwelt noch nicht bereit dafür. Also eröffnete ich eine Kochschule, in der ich anderen die Techniken beibrachte. Die Metro, der Feinschmecker und viele, viele Sterneköche aus der ganzen Welt wurden auf mich aufmerksam. Auf einmal brachte ich Köchen aus Australien, Ungarn, den USA und Südafrika die Geheimnisse der molekularen Küche bei. Nebenbei habe ich eine ERP Software entwickelt und vermarktet. Dem Shopsystemanbieter ging ich mit meinen Bugs und Ideen dermaßen auf den Kecks, dass ich dort bekannt wurde wie ein bunter Hund. Aber dazu später mehr…

2006 in der heimischen Küche bei einer Vorbereitung für das ZDF.

Die mcc-Shop GmbH & Co. KG wuchs sehr schnell. Ich war auf fast allen TV-Kanälen präsent, hatte ganzseitige Artikel in der Welt, dem Stern und der FAZ sowie mehrseitige Fotostrecken im Feinschmecker. Wegen meiner Medienpräsens als Koch werde ich heute noch immer als der „eCommerce Koch“ bezeichnet. Und jetzt weißt Du, woher dieser Spitzname kommt. Als der Markt sich allerdings konsolidierte, habe ich mich auf die Welt des eCommerce und der Shopsysteme – meine neue Passion – konzentriert.

Kleiner Ausschnitt aus der Internet Wolrd Business 03/2014.

Da ich bei ePages immer wieder alles in Frage stellte, bekam ich irgendwann direkten Support vom damaligen CTO Mario Ries. Später habe ich die Community von ePages geführt, erste Treffen organisiert und war Teil der ersten ePages Akademie. Dadurch habe ich Mitarbeiter von PayPal, eBay und Amazon kennengelernt und angefangen, für diese Unternehmen als Consultant zu arbeiten.

Dietmar Hölscher Keynote “bepado” Shopware Community Day 2015

Irgendwann sagte mir jemand von PayPal bei einem Mittagessen, ich würde doch gut zu Shopware passen. Shopware war mir aus seinen Anfängen ein Begriff, seitdem hatte ich das Shopsystem aber nicht mehr wirklich auf dem Schirm. Kurz gesagt habe ich mich dann bei Stefan Hamann für das damalige Marktplatzprojekt Bepado beworben. Hier konnte ich meine Expertise, die ich durch ePages gewonnen hatte und meine jahrelange Erfahrung als Händler auf eBay, Amazon und Co. wunderbar einbringen. Ich denke, Shopware profitiert noch heute von meinem PayPal- und eBay-Wissen 😉

Wie Du von meiner Erfahrung profitierst

Wie Du siehst, habe ich aus allen Situationen das Maximum an Wissen herausgeholt. Und so bin ich im Leben weitergekommen. Immer mit dem Ziel vor Augen, Dinge völlig zu verstehen und besser zu machen. Dieses Ziel verfolge ich auch mit meinem Blog und Du kannst davon profitieren.

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