real.de reagiert auf Kritik, verliert allerdings auch 10% der Händler

real.de reagiert auf Kritik
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Erfreuliche Regung im real.de Lager. Nach meiner ausführlichen Kritik in meinem Blogpost real.de unter der Lupe hat Real, obwohl sich der GF in einem einschlägigen Facebook Forum noch kritisch mit meiner Berichterstattung auseinandergesetzt hat,

postum folgenden Händlernewsletter am 12. April verlautbaren lassen: https://www.real.de/info/gmu/.

Forderungen, wie den Händler mehr in den Fokus zu rücken, kommt real.de trotz versuchter Dementi im Vorfeld nun teilweise nach und wird diese „nicht nur als Versender der Ware auf der Plattform zeigen, sondern auch als Händler“.

Einer weiteren Forderung, endlich einen echten Markplatz zu etablieren, kommt real nun auch kurzfristig nach: „Zum 2.7.2018 werden wir auf ein „klassisches“ Marktplatz-Modell umstellen.“

Leider zeigt dies aber auch, dass real.de einfach nicht zur Ruhe kommt. Denn Bilder aus der Pressemeldung lassen vermuten, dass die Marke mit der Umstellung wieder ihr altes rot und eventuell doch den Zusatz Marktplatz bekommt, welches einer weiteren Forderung von mir entspricht. Das ewige hin und her muss nun aber endlich aufhören.

Bedenklich ist allerdings, dass die Anzahl der Händler anscheinend stagniert: „Unsere 5.000 Händler auf real.de“. Hier ändert sich die Zahl einfach nicht. Sie geht gegenüber 2016 sogar stark um 10% zurück ( Quelle: https://www.deutsche-startups.de/ und https://www.real.de/info/gmu/) und ist somit wieder auf dem Stand von 2014. Ich führe das klar auf die bisherige Politik zurück. Dieser Schritt könnte der erste sein, um die weitere Konsolidierung zu vermeiden. Hoffen wir, dass Real die magische Grenze von rund 10.000 Händlern und 50 Mio. Produkten möglichst schnell erreicht, bevor real.de der Atem ausgeht oder jemand aus dem Konzern die Geduld verliert. So könnte real.de tatsächlich eine Chance am Markt bekommen.

Bedenklich ist auch das augenscheinliche Zahlungsmonopol: „Die Zahlungen werden zukünftig über die real,- Digital Payment & Technology abgewickelt – alle Prozesse & Services bleiben für Sie gleich.“ Einen echten Marktplatz muss die freie Wahl der Zahlungsmittel auszeichnen. Da sollte dringend nachgebessert werden.

Der erste Schritt in die richtige Richtung ist getan. Der Servicegedanke gegenüber den Endkunden, die Bevorzugung der eigenen Waren und die vollkommen unstetige Firmenpolitik müssen aber weiterhin dringend in Angriff genommen werden.

Der bislang in einigen Foren von verzweifelten Händlern und mir angebotene Dialog wird leider weiterhin ignoriert. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich der Marktplatz entwickelt. Ich werde meine Leser auf dem Laufenden halten.