code.talks commerce – Die neue Scrum-Folklore – und was man dagegen tun kann

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Rezension

Silja Fleißner

Veraenderungskraft-Netzwerk – Freelancer

Eine studierte Philosophin, die als Agile Coach nach eigenen Angaben auch DAX-Unternehmen berät, möchte uns von der Scrum Folklore befreien.

Ein guter Ansatz ist, dass sie ihre Präsentation beginnt, indem sie darauf hinweist, dass agile Methoden ohne Glauben und das komplette Durchdringen nicht viel bringen.

Gerade Design Thinking sieht sie als starken Spaßfaktor, der oft missbraucht wird. Damit stößt sie in dasselbe Horn wie ich. Denn auch ich glaube daran, dass viele, die heute erzählen sie hätten Ahnung von Scrum, trotzdem keine guten Ergebnisse erzielen.

Denn es geht hier nicht um die Tools, das vergessen die meisten leider. Scrum ist nicht gleich Jira.

Es reicht nicht, ein cooles Umfeld zu schaffen. Ich muss es leben und verstehen. Allerdings wird dies häufig nur sehr oberflächlich betrachtet. Ich kenne es selbst, dass Leute sich darüber echauffieren, dass meine Teammitglieder am Kicker stehen.

Häufig scheitern diese Experimente an genau dieser Oberflächlichkeit. Agile ist nun mal mindchanging. Willst du das nicht – und zwar auf oberster Ebene – dann scheiterst du.

Was müsste nun geschehen? Manager müssten tatsächlich mal ins Team gehen und dort erleben und erfahren, was die eigentlichen Probleme sind. Also weg von der veralteten Helikopter-Rolle hin zum Helfer, der an und nicht in der Organisation arbeitet.

Ein schöner Vortrag, der leider nicht von jemandem stammt, der aus einem erwachsenen agilen Team kommt, sich aber anscheinend recht gut in die Problematiken hereindenken kann. Ich denke aber weiterhin, dass ein agiler Coach tatsächlich das alles selbst mal erlebt haben muss.

Die theoretischen Ansätze decken sich allerdings mit meinen langjährigen Erfahrungen in agilen Unternehmen und Teams.