code.talks commerce – Alexa, lass uns shoppen gehen!

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Rezension

Ralf Eggert

Travello GmbH – CEO und Chefentwickler

Ralf mit seinem – im Gegensatz zu den Vorrednern sehr kleinen – Unternehmen mit drei Mitarbeitern trumpfte im Titel seines Talks richtig auf und schuf damit eine dementsprechende Erwartung.

Er hat nur den Alexa auf dem Schirm, da er alle anderen Systeme für Deutschland für nicht relevant hält.

31% der Kunden sollen schon per Alexa gekauft haben. Wo, was oder wie kann auch er nicht sagen. Leider bezieht er sich hier auch auf nicht substantiierte Glaskugel-Statistiken.

Auf die Frage, wer aus dem Publikum schon über Alexa bestellt hat, meldete sich nur einer, der einen USB Stick gekauft hat. Und die Zielgruppe ist bestimmt nicht repräsentativ. Eine eher nüchterne Ausbeute also.

Ralf konnte mit seinen Ideen leider nicht überzeugen und ging auch nicht auf die vielen anderen Möglichkeiten mit Alexa ein.

Als Beispiel für Voice Commerce hat er tatsächlich die User- Experience in Bezug auf die Papier-Lagen-Auswahl von Toilettenpapier genannt. Auch für Katzenfutter konnte er keine überzeugende Customer Journey liefern.

Er zeigte ein Beispiel, wie man eine Hose oder Turnschuhe kaufen kann. Das ist über Alexa schon ziemlich nervtötend.

So hat er die ersten 20 Minuten ausführlich damit verbracht, die extrem schlechte User Experience im Voice Commerce zu verdeutlichen. Wohin soll uns dieser Vortrag noch führen?

Leider führte er zu der These, dass Voice Commerce nicht mit dem Einkauf im Internet oder auf einem mobilen Device, sondern am besten mit dem Fachhandel verglichen werden kann, da es weder auf mobilen Devices oder im Internet individuale Beratung gebe.

Auch Spracheingaben für die Google Suche wurden gewollt ignoriert. Mit diesem sehr konstruierten Beispiel zeigte er einen eigenen Ansatz für die Shoppingwelt von morgen. Er stellte einen Skill vor, der mit einer Reihe von fast zehn Fragen versucht, das Ergebnis einzugrenzen. Aktuelle Studien und die Erfahrungen der anderen Vorträge zeigen jedoch, dass der Kunde nicht bereit ist, mehr als zwei Fragen zu beantworten.

Damit ist leider auch dieser Versuch, den Ralf für den idealen Verlauf hält, gescheitert.

Wenn ein Kunde auf die Frage nach der Größe nicht mit einer eindeutigen Zahl antwortet, sondern „grüner Turnschuh“ sagt, hält Ralf den Kunden für einen Chaoten. Spätestens mit dieser Aussage hat er sich für das Thema Voice Commerce leider selbst disqualifiziert.