e-Payment in Deutschland – Womit shoppen wir am liebsten und wie verändert es sich zukünftig?

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Wir Deutschen kaufen gern online ein. Das ist kein Geheimnis, denn e-Commerce ist ein Wirtschaftssektor, der perfekt zur deutschen Mentalität passt: Es funktioniert schnell, einfach und effizient. Man findet immer genau das, wonach man sucht und kann die Erledigung in Minutenschnelle von der To-Do-Liste abhaken. Sobald es um die Zahlungsmethode geht, spalten sich jedoch die Geister – neuen Zahlungsarten wird nur ungern Vertrauen geschenkt, obwohl sie oft praktischer und sicherer sind, als der klassische Bankeinzug. Der deutsche Markt hat seine Eigenheiten und erfordert von Unternehmern eine besonders sorgsame Auswahl der Zahlungsmethoden für den eigenen Online-Vertrieb. Bei einer deutschen Befragung gaben ganze 24% der Teilnehmer an, dass sie den Einkauf abbrechen würden, wenn ihre gewünschte Zahlungsart nicht angeboten werden würde. Dies ist also ein Faktor, die nicht außer Augen gelassen werden darf, denn er kann den Erfolg eines Unternehmens im e-Commerce-Sektor stark beeinflussen.

Die Kreditkarte – Veraltet oder verlässlich?

Neben dem normalen Bankeinzug ist die Kreditkarte eine der ältesten Zahlungsarten online. In marktführenden Unternehmen wie Amazon ist diese Methode immer noch das meistgenutzte e-Payment. Die Zahlungmethode via Kreditkarte ist in 88,4% der deutschen Online-Shops verfügbar. Tatsächlich aber ist die Nutzung der Kreditkarte online bereits deutlich weniger geworden. Das könnte daran liegen, dass die Eingabe relativ langwierig ist und die Daten schwer zu merken sind. Außerdem werden beim Bezahlen mit der Kreditkarte manchmal Bearbeitungsgebühren oder Spesen verrechnet, die uns ein Dorn im Auge sind. Die Vorteile der Kreditkarte sind jedoch auch nicht zu übersehen: Mastercard ist 2017 in 210 Ländern weltweit verfügbar, Visa in 200 Ländern. Dadurch sind vor allem diese Kreditkarten kompatibel mit Online-Shops weit und breit. Außerdem ist jede Kreditkarte versichert, wodurch betrügerische Tätigkeiten nicht auf eigene Kosten gehen. Die Kreditkarte ist noch dazu die einzige Zahlungsmöglichkeit, bei der man auf Kredit bezahlen kann und das Geld nicht direkt auf dem Bankkonto haben muss. Auch moderne Unternehmen wie Uber schwören immer noch auf die Kreditkarte als beste Zahlungsmöglichkeit in Deutschland.

Wie bezahlen wir am liebsten online?

Bei der Wahl des beliebtesten Zahlungsmittels legen die Deutschen besonderen Wert auf Sicherheit, Einfachheit und Bearbeitungsdauer. Außerdem sind simple Rückerstattungsverfahren wichtig, damit bestellte Güter auch wieder problemlos zurückgegeben werden können. Besonders der Anbieter PayPal scheint daher sehr attraktiv für deutsche Kunden zu sein. In einer Umfrage aus dem Jahre 2016 gaben ganze 43% der Befragten aus Deutschland an, dass sie PayPal nutzen, Tendenz steigend. Weltweit gab es im vierten Quartal 2017 ganze 227 Millionen PayPal Accounts. Auch für Unternehmer bietet PayPal viele ansprechende Funktionen, wie das neue PayPal PLUS für kleine und mittlere Unternehmen. Der Zahlungsservice ist mittlerweile fast in jedem Land der Welt verfügbar und hat sich seinen guten Ruf mehr als verdient. Der Nachteil des Zahlungsmodells ist jedoch, dass Einzahlungen auf das eigene PayPal-Konto einige Werktage dauern können. Erst danach kann dieses Geld zum Onlineshopping verwendet werden. Spontaneinkäufe sind also nicht ganz so einfach. Große Unternehmen wie Betway-Online vertrauen jedoch auf die Zuverlässigkeit von PayPal, bieten ihren Kunden aber auch ähnliche Services wie Neteller und esafecard an. Gerade unter den Online Casinos hat sich PayPal noch nicht flächendeckend durchgesetzt, was sich aber in Zukunft durchaus ändern könnte.

Digitale Währungen, Bezahlen mit Selfie und Smart Home – Wie geht es weiter?

In Zukunft warten spannende Neuerungen auf uns. Besonders nach dem Bitcoin-Boom sind digitale Währungen in aller Munde. Die stark schwankende Währung ist vor allem für jene Menschen geeignet, die relativ risikofreudig sind. Dies liegt daran, dass der tatsächliche Wert von digitalen Währungen sich in kürzester Zeit maßgeblich verändern kann. Momentan ist 1 BTC ganze 7.695,1600€ wert (Stand:1.2.2018). Auch wenn Bitcoins immer noch hauptsächlich im Dark Net, der illegalen Version des Internets, kursieren, so gibt es bereits eine Reihe von Unternehmen, die eine Zahlung mit Bitcoins akzeptieren. Die Spieleplattform Steam ermöglicht diese Zahlungsfunktion seit kurzer Zeit. Dort können die Bitcoins gegen echtes Geld eingetauscht werden, das danach wiederum für den Einkauf von Spielen eingesetzt werden kann. Auch die Zahlung per Selfie wurde 2016 von Mastercard eingeführt. Dabei wird bei Online-Einkäufen mit der Kreditkarte ein Selfie als Verifizierungsmethode verwendet. Einmal in die Kamera blinzeln und schon ist die Bezahlung abgeschlossen. Auch Smart Homes, die selbst bezahlen, liegen voll im Trend. Dabei bezahlen die Haushaltsgeräte einfach mit Tokens, die zuvor aufgeladen wurden. Neue Lebensmittelbestellung für den Kühlschrank gefällig? Kein Problem, denn er bezahlt ganz selbstständig.

Die Deutschen shoppen gerne im Internet und suchen dabei nach einer verlässlichen Zahlungsmethode, die schnell und einfach durchzuführen ist. Langwierige Eingaben und lange Überweisungsfristen schrecken dabei eher ab. Trotzdem sind Zahlungen per Kreditkarte und PayPal 2017 noch die Anführer im e-Payment. Ob es so bleiben wird, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Eines steht jedoch fest: E-Commerce wächst und wächst.