Das System Amazon: Eine Falle für Händler und Kunden!

Die amazon Falle
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Seit Jahren berichte ich an dieser Stelle über die großen Gefahren und das skrupellose Vorgehen von Amazon. Die ARD hat meinen Blog nun zum Anlass genommen, um in der Prime Time am Montag (http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Das-System-Amazon/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=47922078) über einige dieser wirklich tiefen Abgründe im Amazon-Universum zu berichten.

Ich kann nicht alle Statements des Beitrags wirklich teilen. Aber ich verfolge mit Schrecken die entbrannten Diskussionen einiger Amazon-Händler in unzähligen Facebook-Foren und auf Twitter. Dort belügt man sich anscheinend gern selbst.

Ich möchte mich in diesem Artikel auf nur wenige Fakten konzentrieren. Bei Bedarf kann ich diese jedoch auch gern fast unbegrenzt erweitern.

 

Aus Händlersicht

Wenn ein Kunde auf Amazon kauft, dann kauft er rechtlich eventuell bei Dir als Händler. In seiner Wahrnehmung allerdings nicht. Es gelingt kaum einem Händler, einen Kunden von der Plattform in seinen Shop zu ziehen. Auch nicht mit Gutscheinen. Der Kunde interessiert sich nicht für das dahinter. Er kauft bei Amazon. Damit verlierst Du den Kontakt zu Deinen Kunden und wirst zum Steigbügelhalter von Amazon degradiert.

 

 

Es reicht nicht aus, nur einen guten Preis zu haben. Um auf den BuyButton und damit in das „Relevent Set“ des Kunden zu kommen, musst Du Dich allen Regeln von Amazon unterwerfen. Auch, wenn die Gesetzgebung eigentlich etwas anderes sagt. Amazon beschneidet die Rechte des Händlers. So greift Amazon bei einer Kundenbeschwerde häufig zu einem allseits beliebten Mittel: Der 100%-Gutschrift. Du musst als Kunde nur laut genug schreien. Der Händler kann sich nicht dagegen wehren. Das Geld wird einbehalten und der Händler bekommt eine prozentuale Abwertung seiner Leistung. Dabei ist es völlig egal, ob die Beschwerde gerechtfertigt oder völlig aus der Luft gegriffen war. Das ist nur eines von vielen Beispielen.

 

 

Wenn Du einen richtigen Renner in einer Kategorie hat, wird Amazon erst versuchen an den Hersteller heran zu treten, um diesen zum Verkauf zu bewegen. Dann wird Amazon ein Amazon Basic Produkt lancieren. Das bedeutet, dass erfolgreiche Händler auf Dauer immer abgestraft werden und selbst Hersteller nicht vor Amazon-Plagiaten gefeilt sind.

 

 

Obwohl Amazon eine marktbeherrschende Stellung hat und in einigen Bereichen sicherlich Marktführer im Onlinehandel ist (z.B. USB Kabel), sieht das Bundeskartellamt diese offensichtliche Stellung als nicht ausreichend belegt, kümmert sich allerdings auch nicht um einen solchen Beleg. Damit kann Amazon den sauberen Wettbewerb ausser Kraft setzte – und tut das auch.

 

Aus Verbrauchersicht

Verbraucher lieben Amazon! Das hat gleich mehrere Gründe:

Das Sortiment ist riesig und man findet eigentlich alles für den täglichen Bedarf, Geschenke oder Ersatzteile.

Es ist sehr einfach gemacht. Durch One-Click und viele weitere Vereinfachungen wie Prime ist es völlig unkompliziert, dort zu bestellen.

Die Kulanz ist einfach unbeschreiblich gut. Ich hatte zum Beispiel bei meiner Smart Watch nach über einem Jahr ein kleines Problem. Ich habe dazu nur eine Anfrage zur Lösung dieses Problems gestellt und bekam sofort und ohne weitere Nachfrage ein kostenfreies Rücksendeetikett. Noch als sich die Uhr auf dem Postweg befand, waren 100% des Kaufpreises bereits wieder auf meinem Konto. Besser geht es kaum!

 

Amazon ist ein geschickter, nein genialer Verführer! Amazon versteht es, unsere Wahrnehmung zu vernebeln und erreicht mit simplen Psychotricks, dass unser Verstand aussetzt. Und das nutzt Amazon gnadenlos aus. Hier einmal ein Beispiel: „Amazon Prime“.

Was passiert bei Amazon Prime? Alles aufzulisten würde hier zu weit führen, aber ein Beispiel zeigt schon mal ganz gut, wie hier vorgegangen wird.

Für 7,99 EUR bekommst Du die monatliche Prime-Mitgliedschaft. Das ermöglicht neben kostenfreiem Versand einiger Produkte noch teilweise kostenfreie Filme und Musik und eröffnet den Weg zur Amazon KI-Welt zum Beispiel mit Alexa.

Das hört sich nach viel an für das Geld. Was passiert hier aber in Wirklichkeit? Du bist durch dieses kleine Invest engagiert worden. Das Invest muss sich ja lohnen, also musst Du etwas kaufen und zwar jeden Monat. Bei einer Bestellung lohnt sich das aber nicht wirklich, oder? Ist ja auch versandkostenfrei und ohne jedes Risiko. Also ab dafür. Hört sich gut an, oder? Das ist sogar so gut, dass Kunden den prominenten Filter auf Prime setzten und so alle anderen Angebote ausblenden. Klasse und einfach. One Click und schon morgen ist es da.

Aber was ist hier passiert?! Alles war so einfach und so risikolos. Und Du belohnst Dich mit jedem Einkauf, weil Du ja immer mehr Versandkosten sparst.

Was aber fast jeder vergisst: Amazon Prime hat sehr häufig Apothekenpreise! Du bist hier einfach reingefallen. Und das auf eigentlich simple Verkaufstricks, ähnlich wie bei einer Tupperparty.

Aber warum ist das so teuer? Ein Onlineshop kostet den Händler inklusive aller Nebenkosten in den allermeisten Fällen sehr viel weniger als die 15% (17%) Gebühren, die Amazon verlangt. Zudem entstehen noch sehr hohe Kosten für Prime Produkte, da diese fast immer auch bei Amazon eingelagert werden müssen. Das ist meist viel teurer, als im eigenen Lager oder bei einem anderen Versanddienstleister. Diese Kosten müssen sich im Preis niederschlagen. Und das tun sie natürlich auch. Günstige Angebote normaler Händler sind häufig raus aus dem Fokus. Außer in Kategorien, die Amazon noch nicht für sich entdeckt hat. Aber das ist auch nur eine Frage der Zeit.

Was passiert noch durch Deinen Einkauf bei Amazon? Du stärkst Amazon und schwächst mit jedem Kauf den Händler und damit den Wettbewerb. Das mag Dir heute egal sein. Was passiert aber, wenn der Markt durchdrungen ist? Dann werden die Preise wieder erhöht und die Mitbewerber sind schon ausgestorben. Also mag es für Dich kurzfristig sinnvoll erscheinen, langfristig aber nicht. Zudem gibt es auf Amazon viele China-Händler, die so wie Amazon selbst kaum oder keine Steuern in Deutschland zahlen. Da diese Steuern fehlen, müssen wir das alle zusammen ausgleichen.

Das System Amazon ist einfach gut!

Fazit: Als Händler gibt es in dieser Welt sowieso keine lange oder große Zukunft mehr. Als Hersteller kannst Du nicht auf Amazon verzichten! Denn damit verzichtest Du auf ein riesiges Umsatzpotential von Kunden, die einfach nur bei Amazon kaufen und die Du anders nicht erreichst. Aber Du brauchst eine Strategie und Insiderwissen. Ohne das solltest Du doch lieber auf den Umsatz verzichten. Und optimiere das digitale Einkaufserlebnis Deiner Kunden im eigenen Onlineshop. Baue Deinen Shop so einfach wie möglich für Deine Kunden auf und biete einen Service, der dem von Amazon gleich kommt. Denn Du bist der echte Experte in Deiner Branche. Zeige das!

Als Verbraucher solltest Du Amazon wo immer es geht meiden! Ein guter Hersteller und Händler ist immer auch mit einem richtigen Onlineshop vertreten. Und das meist günstiger. Darüber hinaus gibt es auch andere Marktplätze, die nicht so gefährlich wie Amazon sind.

Gebe unserer Wirtschaft, Deinem Staat, Deinem Gewissen und Deinem Geldbeutel eine Chance!

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