Die große PayPal Lüge

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Sind Sie auch schon einmal auf eine der Werbeaussagen von PayPal hereingefallen. Aktuell wirbt man mit dem Slogan:“Die Ware gefällt nicht? PayPal übernimmt die Rücksendekosten weltweit.„. Oder mit folgendem Garantieversprechen:“Unser Käuferschutz hilft Ihnen, wenn Ihr gekaufter Artikel nicht ankommt oder ganz und gar nicht der Beschreibung entspricht. Melden Sie uns das Problem und wir prüfen Ihren Fall. Wenn Ihr Käuferschutzantrag berechtigt ist, erhalten Sie den gesamten Kaufpreis sowie die Versandkosten zurück.

Leider stimmen diese Versprechen zum Teil einfach nicht!

Heise berichtete schon vor einem Jahrzehnt über die vermeintliche Lüge mit dem Käuferschutz.

Doch auch in 2017 hat sich nichts geändert. PayPal bleibt seiner Profitgier treu. PayPal gehört auf der einen Seite zu den am meisten genutzten Zahlmethoden auf der anderen Seite ist PayPal aber auch eine der anfälligsten Zahlmethoden für Betrug. Sowohl als Händler wie auch als Kunde häufen sich die Probleme mit PayPal und Händler tun gut daran von PayPal Abstand zu nehmen um nicht in den PayPal Sumpf aus falschen Versprechungen mit hinein gezogen zu werden.

Auf der einen Seite kenne ich Händler die gute Ware versenden und der Kunde versucht einen Betrug indem er behauptet das Paket wäre leer gewesen. Er schaltet PayPal ein und PayPal behält das Geld vom Händler ein. Der Händler konnte zwar Beweisen das die Ware versendet worden ist und der Kunde sich erst nach 14 Tagen gemeldet hat. PayPal störte das jedoch nicht und schloss den Fall zu Gunsten des betrügerischen Kunden.

Die andere Seite der Medaille ist die des Käufers. Man kennt das. Ein komischer Verkäufer auf ebay, ein unbekannter Laden oder schlechte Liefererfahrungen bewegen einen dazu mit PayPal zu zahlen. Man fällt halt gern auf solche Versprechen wie Dein Geld bekommst Du komplett zurück. In einem konkreten Fall wurde nach einer schlechten Liefererfahrung bei Home24 dort ein weiteres mal gekauft und mit PayPal bezahlt.

Leider kam auch dieses Mal die Ware nicht rechtzeitig. Also wurde, da Home24 auf Email nun mal nicht reagiert hat PayPal eingeschaltet. Es ging hier immerhin um 1000 EUR. Der erste Konflikt sogar um 2000 EUR. Home24 reagiert nach einer halben Ewigkeit, allerdings nur über PayPal. Man teilte mit das in wenigen Wochen geliefert würde. Allerdings wurden 2 Artikel ein Hocker mit langer Lieferzeit und eine Lampe die sofort geliefert werden sollte hier über einen Kamm geschoren. Als nach 7 Wochen Endlich geliefert werden sollte wobei die Lieferzeit hier schon überschritten war, gab Home24 bekannt das sich die Lieferung wieder erheblich verzögern würde. Also wurde ein Garantieantrag gestellt und vom Vertrag zurück getreten.

Anstatt einer Rückerstattung folgte eine Limitierung des Kontos. Dies kommt einer Sperrung gleich. PayPal wurde so vermute ich vom großen Händler Home24 dazu gezwungen oder der zuständige Mitarbeiter hatte einen schlechten Tag. Ich weiß es nicht. Fakt ist: PayPal hält seine Versprechen nicht immer! Es ist eher eine Art Willkür zu vermuten.

Hier einmal ein Auszug aus dem Schriftverkehr mit PayPal der mir Vorliegt:

Nach Durchsicht Ihrer Konflikte waren alle Verkäufer sehr kooperationsfreudig und man hätte alle Anliegen außerhalb von PayPal in direkter Zusammenarbeit mit dem Verkäufer klären können.

 Deshalb beenden wir die Geschäftsbeziehungen mit Ihnen. Der Grund: Wenn ein PayPal-Konto sehr risikoreich genutzt wird, behalten wir uns laut Nutzungsbedingungen das Recht vor, dieses Konto zu schließen.

Klasse, es gibt keine Einspruchsmöglichkeit. Weitere sinvolle Begründungen gibt PayPal nicht. Zum Glück lieferte Home24 mit erheblicher Verspätung den Hocker der leider einen Schaden am Fuß hatte. Ähnlich wie zuvor schon das erste Sofa wo PayPal auch die Teilrückzahlung verweigerte. Da Home24 hier einfach bekannter Weise nicht kulant ist und PayPal dem Kunden ja, wenn er die Werbeversprechen einfordert, einfach kündigt, bleibt an dieser Stelle nur die Warnung vor der nur vermeintlich sichereren Zahlart PayPal und vor Home24.

Hier ein  paar Tipps von Kanzlei Schuster zum Umgang mit PayPal für Händler und Käufer:

  • Als Verkäufer: Zahlungen über Paypal vermeiden – Alternativen suchen
  • Keine größeren Geldbeträge auf dem Paypal-Konto liegen lassen
  • Keine kostenpflichtigen Hotlines anrufen
  • Bei unbekannten Verkäufern sollte der Käufer andere Zahlungsweise bevorzugen
  • Meldung der Probleme an die Bankenaufsicht in Luxemburg und Deutschland (BaFin)

Weitere Quellen zum Thema PayPal Sumpf:

ZDF, Stern, it-Recht Kanzlei, selbst ebay warnt vor Betrug mit PayPal, Verbraucherstreitbeilegung und viele mehr.

Wer auch schlechte Erfahrungen als Händler oder Käufer gemacht hat und darüber berichten möchte (Auch Anonym!) darf sich sehr gern bei mir Melden.

Bildquelle: Screenshot paypal.com