Hagen Meischner: PrestaShop ist “das” internationale shopware

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Hagen ich kann mich noch an das MangementBoard Meeting bei shopware erinnern wo bekannt wurde, dass Du nun die Gallionsfigur von Presta wirst. Das war damals erste Moment wo man begann PrestaShop für Deutschland ernst zu nehmen. Heute fast 2 Jahre später ist PrestShop stetig gewachsen und rollt nun Morgen die neuste Version der in Europa führenden Shopsoftware aus. Ich habe das zum Anlass genommen Hagen einmal ein paar aktuelle Fragen zustellen.

PrestaShop bringt die neue Version 1.7 auf den deutschen Markt. Was sind die wichtigsten Neuerungen in der Version?

In wenigen Schlagworten zusammengefasst sind die folgende Punkte: Tiefgreifendere Umsetzung der deutschen rechtlichen Anforderungen und dadurch Vorzertifizierung durch Trusted Shop, Händlerbund, EHI und Protected Shops. Integration des populären Symfony Frameworks. Einen komplett überarbeiteten One-Page Checkout im Standard Template. Neues Starter-Theme als Grundlage für die individuelle Templateentwicklung von Web-Designern. Umfassende Überarbeitung des Back-Office für ein schnelleres und effizienteres Artikelmanagement.

Die offizielle Pressemitteilung zum Start der Verision 1.7.

 
Stichwort Rechtsicherheit: Kannst du uns mehr über die Zusammenarbeit zwischen PrestaShop und den Partnern erzählen?

Haben hier intensiv mit einer deutschen Partneragentur, patworx, zusammengearbeitet, die uns bei der technischen Umsetzung der rechtlichen Vorgaben umfassend unterstützt hat. Außerdem haben wir bereits im Entwicklungsprozess die führenden deutschen Anbieter für Shopzertifizierungen eingebunden – Trusted Shop, EHI, Händlerbund, Protected Shops. Dies bedeutet, wir haben diesen Unternehmen nicht erst die fertige Version von PrestaShop 1.7 vorgelegt, sondern diese ab der Beta-Version eingebunden und deren Feedback direkt in die Entwicklung einfließen lassen. Dadurch haben wir nicht nur ein umfassendes Plugin für die Abbildung der rechtlichen Anforderungen entwickeln können, sondern bestimmte Vorgaben in den globalen Core von PrestaShop einfließen lassen.
 
Was versteht ihr unter „Schaffen einer individuellen User Experience (UX) für Online-Shopper“ genau? Was habt ihr im Kern dafür getan?

Hier geht es darum, dass der Shop ein individuelles Shoppingerlebnis für den Endkunden bieten muss. Um dies zu ermöglichen haben wir zum einen, dass unter Entwicklern populäre Open Source-Framework Symfony, eingeführt, damit es einfach wird individuelle Module für PrestaShop zu entwickeln. Zum anderen haben wir das neue Starter-Theme eingeführt, auf dessen Basis nun Web-Designer weltweit noch hoch individualisierte Templates erstellen können. Nicht zuletzt haben wir den Checkout Prozess im Standard auf einen One-Page Checkout reduziert, um Kaufabbrüche im Checkout zu minimieren und die Nutzung auf mobilen Endgeräten zu optimieren.
 
Weltweit ist PrestaShop ja eines der weit verbreitetsten Shop Systeme in Europa. Im deutschsprachigen Markt wollt ihr noch weiter wachsen. Wird PrestaShop 1.7 dazu beitragen können?

Neben den vielen technologischen Neuerungen wird sicher die Vorzertifizierung durch die bekannten Unternehmen Trusted Shop, EHI, Händlerbund und Protected Shop einen wesentlichen Beitrag für die Verbreitung in Deutschland haben. Wir sind uns sicher, dass mit der neuen Version 1.7, PrestaShop nicht nur für Onlinehändler interessant ist, die ins Onlinebusiness einsteigen, sondern auch für Kunden, die noch ältere oscommerce oder xtcommerce Systeme einsetzten, denen Magento zu komplex und teuer ist, wo sich im Laufe der Zeit der Kundenfokus geändert hat (wie bei OXID) oder für Kunden, die in einem ePages Shop beim Massenhoster zu sehr eingeschränkt sind.
 
Was sind deine weiteren Pläne als Country Manager für den deutschsprachigen Markt?

Wir werden uns in den kommenden Monaten auf folgende drei Bereiche konzentrieren. Dies ist einmal der weitere Ausbau der Netzwerkes an zertifizierte Agenturpartner, um hier Händlern eine umfassende Infrastruktur zu bieten. Zweitens werden wir das Netzwerk an Partnern und die Anbindung von Drittsystemen weiter ausbauen – dazu gehen ERP System, Paymentprovider, Logistikpartner, Onlinemarketingpartner, Search- and recommendation Anbieter, und alle sonst für unsere Kunden relevante Drittsystem. Der dritte Bereich umfasst umfassende Marketing- und PR Tätigkeiten, um die Bekannheit weiter zu steigern. Hier seien nur die großen Auftritte auf der dmexco oder Internet World 2017 genannt, aber auch viele kleinere eCommerce Events.
 
Und was hat sich im deutschsprachigen verändert, seit du für PrestaShop hier tätig bist?

PrestaShop ist im deutschen Markt angekommen. Wenn vor 2 Jahren nur einige Experten den Namen PrestaShop kannten ist das Unternehmen nun eine feste Größe im deutschen eCommerce Markt. Wir haben in dieser Zeit mehr als 40 Anbindungen, Module, Erweiterungen und Schnittstellen speziell für den deutschsprachigen Markt zur Verfügung gestellt, die Partnerlandschaft ist gewachsen und wir haben viel Agenturpartner gewinnen können. Des Weiteren haben wir das Thema Internationalisierung für kleine und mittelständische Händler neuen  besetzt, in dem wir hier eine konkrete Lösung anbiete

Neben Euch als Raketenstart mit der Version 1.7 erwarte ich noch die Wiederauferstehung von Magento, 2017 wird ein spannendes Jahr. Darüber hinaus möchte ich mich bedanken mit Dir dieses Interview persönlich und exklusiv vorab geführt haben zu können.

Dietmar Hölscher führte das Interview mit:

Hagen Meischner, Country Manager Germany bei PrestaShop, studierte internationales Management in Göttingen und hat seine berufliche Tätigkeit im SAP Beratungsumfeld begonnen. Nach mehrjährigen Stationen in Australien und Lateinamerika entwickelte er seit 2007 als Consultant unterschiedliche eCommerce Projekte. Ab Mitte 2009 hat er dann bei der pixi* Software GmbH Vertrieb, Account Management sowie Partnermanagement aufgebaut um anschließend den Geschäftsausbau vorangetrieben. Seit Dezember 2014 hat Hagen Meischner die Verantwortung für den Aufbau des Deutschlandgeschäfts von PrestaShop übernommen. Hierbei liegt der Schwerpunkt in der Schaffung der Rahmenbedingen und Strukturen, damit sich die weltweit eingesetzte Onlineshop-Lösung in Deutschland genauso positive entwickelt wie in den meisten europäischen Ländern.