Joubin Rahimi: Wir sind die Punks

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Es wird Zeit einmal die vielen Vorurteile gegen IBMs WebSphere auszuräumen. Daher habe ich jetzt einmal jemanden der es Wissen muss dazu interviewt.

Joubin, in Diskussionen um die richtige Wahl des Shopsystems fallen je nach Projektgröße immer dieselben Namen. WebSphere Commerce von IBM wird dabei so gut wie nie erwähnt. Kannst Du Dir das erklären?
Aber ja – das liegt sicher daran, dass IBM einfach unglaublich viele Produkte und Lösungen hat – auch im Commerce-Umfeld. Die IBM betreibt auf einer sehr hohen Flugebene Marketing und spricht z. B. eher überbegrifflich von „Smarter Planet“, „Cognitive Commerce“ oder von „Customer Experience Management“, so dass die eigentlichen Lösungen tatsächlich gar nicht so oft fallen.
Dabei nutzen viele bekannte Webseiten und Shops IBM WebSphere Commerce. Von weltweit erfolgreichen Marken (Ikea, Zara, Haufe Lexware, Harley Davidson) und Händlern (Reno, Mediamarkt, Saturn) bis hin zu kleineren Firmen (WBG Wissenverbindet). Für B2C genauso wie für B2B. Hier gibt’s einige Beispiele zu Shops mit IBM WebSphere Commerce: https://de.pinterest.com/ECommercemitIBM/e-commerce-mit-ibm/ Was den Punkt „Marketing“ bei der IBM betrifft, sage ich immer: Wenn man keine illegalen Drogen in Deutschland haben möchte, dann sollte diese legalisiert und IBM das Marketing gegeben werden 😉

 

Auf welche Zielgruppe ist WebSphere genau ausgerichtet? Und wer sind die direkten Mitbewerber?
Das System bietet viele Funktionen für B2C, aber genauso auch für B2B Unternehmen. Insbesondere die Marketingfunktionen sind sehr breit und umfassend aufgestellt – personalisierte Kampagnen über alle Kanäle hinweg sind mit IBM WebSphere Commerce gar kein Problem. Laptop, Tablet, Smartphone – aber genauso auch in enger Anbindung an die Filialen. On- und Offline können mit IBM WebSphere Commerce sehr eng und entsprechend der ganz eigenen, individuellen Firmenstrategie miteinander verworben werden.
Grundsätzlich ist IBM WebSphere Commerce das richtige System für Unternehmen, die eine strategische E-Commerce Linie fahren. Typische Mitbewerber sind Hybris, Intershop und Demandware.

 

Ist WebSphere nur etwas für Kunden die schon ein ERP aus dem Hause IBM haben oder auch interessant für Navision oder SAP Kunden?

IBM ist von Grund auf eine Integrationsfirma – ganz klar, dass sich IBM WebSphere nicht nur für die IBM ERP Systeme eignet. Ehrlich gesagt, ist es sogar eher die Ausnahme, dass wir WebSphere an ein IBM ERP System anbinden. Die Commerce Plattform binden wir tatsächlich sehr viel häufiger an Produkte von Navision, SAP, Axapta und vielen weiteren Anbietern an.

Gerade für IBM WebSphere gibt es zahlreiche verschiedene Integrationstypen. Auch die Prozesse im Umfeld der Integration lassen sich sehr detailliert individualisieren. Aus unserer Sicht und der Sicht der iBusiness (Quelle: http://www.ibusiness.de/aktuell/db/773196grollmann.292102grollmann.html) sind hier die Möglichkeiten am vielfältigsten.


In welcher Größenordnung bewegen sich die typischen BLUETRADE / IBM WebSphere Commerce Projekte?

Die kleinsten neuen Projekte lagen bei rund 200 Tagen. Typischerweise sind unsere IBM WebSphere Commerce Projekte aber größer und fangen bei etwa 600 Personentagen bis zum Release für das erste Go-Live an. In der Regel dauert ein Projekt bis zum Go-Live, wie bei Enterprise Systemen üblich, zwischen 4 und 9 Monate.

Auch wenn bei IBM WebSphere Commerce ein produktionstauglicher Webshop mit dabei ist, werden die Oberflächen auf die ganz spezielle Situation angepasst oder neu erstellt. Die Integration in die Backendsysteme ist ein zweiter großer Baustein. Nicht die technische Anbindung, sondern die Wandlung von den internen komplexen Prozessen hin zu Funktionen, die für den Kunden einfach zu bedienen sind. Ein gutes Beispiel ist die Bestellung von verschiedenen Produkten, die in unterschiedlichen Lagern vorgehalten werden oder ggf. auch einfach kurzfristig gar nicht verfügbar sind. Im Hintergrund muss hierbei eine komplexe Abfolge von Abfragen und Prozessen in den internen Systemen stattfinden, damit der Kunde ein rundum tolles Einkaufserlebnis erhält. Von der Komplexität im Backend bekommt der Kunde dabei nichts mit.


Du hast Euch mal als die Punks der IBM Welt beschrieben. Das hat übrigens Eindruck bei mir hinterlassen. Inwieweit unterscheidet sich eine BLUETRADE von den herkömmlichen IBM Agenturen mit dem blauen Einreiher?

IBM hat ein riesen Netzwerk von Business Partnern. Die meisten kommen aus der alten IBM Welt und haben sich immer wieder etwas angepasst, aber Ihre Wurzeln im IT Vertrieb von Hardware und IT Infrastruktur nicht verlassen. Somit sind diese Partner keine E-Commerce Spezialisten.
Wir sind die Punks weil wir nicht dem klassischen IBM Business Partner Profil entsprechen und auch nicht wie die typischen IBMer aussehen, denken und handeln. Auf der anderen Seite sind wir aber auch nicht die typische Agentur, welche die komplexen Prozesse im Backend nicht versteht.

Wir sind E-Commerce Spezialisten und kombinieren ganz bewusst Agentur mit Beratung und Systemintegration. Dabei bringen wir Enterprise Wissen mit – mit dem wir den gehobenen Mittelständlern, die den Willen dazu haben, E-Commerce strategisch anzugehen, sehr gerne auch in Sachen Strategie unterstützen.


Vielen Dank für das erhellen rund um WebSphere. Ich denke wir konnten mit diesem Interview eingigen Interessierten die Scheu davor nehmen sich einmal etwas näher mit IBM und Euch zu befassen.

Dietmar Hölscher führte das Interview mit:

Joubin Rahimi
Title: Geschäftsführer, BLUETRADE E-Commerce Software und Marketing GmbH

Joubin Rahimi wurde 1977 in England geboren. Der „Hamburger Jung“ zog für Projekte mit Dooyoo und Alando (später: ebay) in den Schwarzwald und arbeitete anschließend bei der IBM. Dort betreute er als Consultant, Architekt und Sales Manager Kunden wie Metro, Allianz und Phoenix Contact und unterstützte Unternehmen als strategischer Partner. Heute lebt Joubin Rahimi mit seiner Familie in Köln. Er ist Managing Partner der BLUETRADE, die als Teil der TIMETOACT GROUP kundenzentrierte, digitale und E-Commerce Lösungen mit Fokus u.a. auf IBM Commerce, Shopware, Webtrends, Google und Adobe entwickelt. In dieser Funktion treibt er die erfolgreiche Expansion der gesamten TIMETOACT GROUP voran, war an der Gründung von Standorten in den Niederlanden und Österreich maßgeblich beteiligt und entwarf das Leitbild der „Connected Company“ für die gesamte Gruppe.

Joubin Rahimi ist Mitglied der IBM Worldwide Commerce, der Customer Experience Advisory Boards und der Digital Heroes. Er begeistert sowohl als (Keynote) Speaker bei Veranstaltungen weltweit als auch in seiner Rolle als Gastdozent der FH Fresenius. Ein roter Faden zieht sich durch seine gesamte Laufbahn: Die Leidenschaft für digitalen Wandel und E-Commerce.

 

Bildquelle: Bluetrade