Stirbt der Fachhandel für Glas, Porzellan und Küchenutensilien 2016?

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Sinkende Kundenzahlen in kleinen und mittleren Städten machen dem Fachhandel für haushaltsnahe Produkte überproportional zu schaffen. Das Sterben dieser Fachgeschäfte hält ja schon einige Jahre an. In unserer Kreisstadt Coesfeld mit knapp 40.000 Einwohnern gab es um 2000 noch 4 1/2 Geschäfte aus dem Bereich. Heute gibt es kein Fachgeschäft für diesen Bereich mehr.

Diese dramatische Entwicklung ist nicht allein darauf zurück zu führen das ich heute tatsächlich niemanden mehr kenne der seiner Tochter Jahr für Jahr etwas zu Ihrer Aussteuer schenkt. Sondern vielmehr an zwei anderen Faktoren. Das Volumengeschäft wird von den Möbelgroßhändlern und zum kleineren Teil von Discountern übernommen, wobei das Markengeschäft sich klar in den Onlinehandel verlagert hat.

Doch woran liegt das? Zum einen an dem immer schnelleren Mode-Zyklen. Im Bereich der Mode gibt es nicht wenige wie bis zu 12 Kollektionen im Jahr anbieten. Für den Porzellan-Bereich bedeutet dies das kaum einer heute noch über Jahre sich das teuere Porzellan zusammen sammelt. Zudem sind gerade Geschäfte aus dem Glas- und Besteckbereich oft sehr eintönig gestaltet und laden wenig zum Stöbern ein. Innovative Ideen wie eine Kochschule zu integrieren oder kulinarische Buchlesungen zu veranstalten stoßen hier auf wenig Gegenliebe. Warum auch, denn viele haben sich damit abgefunden verdrängt zu werden. Es lebe die Eintönigkeit der Möbelhäuser.

Kurz gesagt der Einzelhandel in diesem Segment stirbt in kleinen Städten kurzfristig komplett aus in mittleren Städten und zeitverzögert, wenn die Rücklagen verbraucht sind.

Aber er stirbt, wenn nicht Nischenkonzepte gefunden werden und als echter Cross Channel gelebt werden.

Wer denkt aber schon heute an 2025? Spätestens dann werden auch die Möbelhändler sterben. Übernimmt dann der Supermarkt und Discounter die Rolle allein? Ich denke ja, denn die Chance hier als Einzelhändler, mit einer Spezialisierung und einer Eventlocation gute Kasse zu machen ist doch für die meisten Einzelhändler ein zu großer Schritt.

Sehr schade, eigentlich!