Richard Schwenke: Für den Baustoffhandel ist die Zukunft online!

Richard Schwenke
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Berlin, 24.09.2015 – In einem ersten Artikel haben wir über die Zukunft des Endkundengeschäfts des Stahlriesen Klöckner & Co. (zum Artikel) berichtet. Im Gespräch mit Dr. Richard Schwenke, dem Geschäftsführer der Contorion GmbH, die den Direktvertrieb für Klöckner übernommen hat, habe ich mich nach den ersten Erfahrungen in diesem Segment erkundigt.

Dietmar Hölscher: Wie ist die erste Resonanz von Fachmarktkollegen auf Ihren Vorstoß?

Schwenke: Durchaus positiv, die allgemeine Situation wird im Baustoffhandel genau richtig eingeschätzt. Die einhellige Meinung ist hier: Online ist die Zukunft!

Dietmar Hölscher: Wie sind denn die Fachmärkte im Allgemeinen aufgestellt, gibt es viele Direktbelieferungen durch die Hersteller oder geht hier noch alles über den Großhandel?

Schwenke: Im Baustoffhandel ist es relativ einfach, schon ab kleinen Mengen direkt vom Hersteller beliefert zu werden. Bei kleineren Handwerkern, auf die unser Angebot in erster Linie hinzielt, gibt es bisher vor allem drei Einkaufsquellen: Die Direktvermarkter wie Würth und Co., den Großhandel und den Fachmarkt. Das Internetangebot bietet gerade kleinen Handwerksbetrieben meist nicht ausreichend kleine Liefermengen an. Der wöchentliche Besuch eines Vertreters ist sehr kostenintensiv und heute meist nicht mehr ausreichend. Da ist es viel einfacher und günstiger, direkt im Internet zu bestellen.

Dietmar Hölscher: Warum bieten Sie dieses Angebot auch privaten Endkunden an?

Schwenke: Unser Angebot zielt ja in erster Linie auf den kleinen Handwerker ab. Aber auch viele private Kunden haben hier einen Bedarf. Wir haben das intern lange diskutiert. Normale B2C Probleme mit Retouren wie im Schuhfachhandel existieren hier aber nicht. Wir haben eine sehr niedrige Retourenquote.

Dietmar Hölscher: Darf ich Nachfragen wie hoch die Retouren Quote genau ist?

Schwenke: Die Retourenquote liegt bei ca. 2,5% und ist meines Wissens nach bei Mitbewerbern in einem ähnlichen Umfang.

Dietmar Hölscher: Gibt es hier einen Unterschied zwischen B2B und B2C?

 Schwenke: Wir sind ja gerade erst gestartet. Da ist es zu früh, um schon Prognosen abzugeben.

Dietmar Hölscher: Ich bin gespannt wie es weiter geht und bedanke mich für das Interview.

Bildquellen: Contorion, Lotte Ostermann